Nachhaltiges Wohnen kann im Rahmen von alternativen oder innovativen Wohnkonzepten umgesetzt werden – natürlich ist das aber nicht für alle Menschen realisierbar, schon gar nicht von heute auf morgen. Deshalb möchte ich in diesem Artikel Tipps mit dir teilen, wie auch du Nachhaltigkeit in deinen Alltag einbauen und dadurch deinen Fussabdruck, der allein durchs Wohnen entsteht, senken kannst. 

Wie bereits im Blogpost zu nachhaltigen Wohnformen beschrieben, bedeutet nachhaltig zu wohnen, den eigenen Ausstoss klimawirksamer Gase zu verringern und den persönlichen Energieverbrauch zu senken. Dabei kann an zwei Punkten angesetzt werden: Bei der Senkung des täglichen Verbrauchs an Ressourcen wie Strom, Wasser, Wärme, Fläche etc. und bei einer möglichst ökologischen Deckung des restlichen Bedarfs.

 

Wie du deinen täglichen Bedarf senken kannst

Ich will mit diesem Punkt beginnen, weil hier meiner Meinung nach am meisten Potenzial für individuelle Veränderung im Alltag liegt. Viele Punkte darunter dürften dir schon bekannt sein, trotzdem hoffe ich, dir damit nochmals Inspiration und ein Anstoss zum Überdenken deines Status Quo geben zu können. Legen wir los:

Wasser

Klar, in der Schweiz leben wir im „Wasserschloss Europas“, wir haben viel und qualitativ hochwertiges Wasser zur (fast) freien Verfügung. Trotzdem sollten wir mit dieser wertvollen Ressource bewusst und sparsam umgehen, denn auch die Aufbereitung unseres Wassers braucht Energie und insbesondere Warmwasser benötigt einiges an Energie, damit es bei uns in der gewünschten Temperatur aus dem Hahn kommt. Zudem dürfen auch wir uns in „wasserreichen Ländern“ immer wieder mal ins Bewusstsein rufen, wie essenziell wichtig einfach so verfügbares, sauberes Wasser für unsere Lebensqualität ist. Deshalb hier 6 Tipps an dich für einen sorgsamen und sparsamen Umgang mit dieser Ressource:  

  • Dreh den Wasserhahn ab, wenn du deine Zähne putzt, die Hände einseifst oder Geschirr schrubbst.
  • Nimm eine Dusche statt einem Bad und halte die Zeit unter fliessendem Wasser so kurz wie möglich. 
  • Wenn du Wasser laufen lassen musst (z.B. um auf eine gewünschte Temperatur zu kommen), dann fange den Rest auf und verwende ihn für etwas anderes.
  • Nutze Sparaufsätze für deine Wasserhähne und eine Sparbrause in der Dusche. Du wirst den Unterschied nicht merken, aber viel Wasser sparen!
  • Sammle Regenwasser und nutze es für deine Pflanzen. 
  • Lass deine Wasch- und Geschirrspülmaschine im Öko- oder Kurzprogramm laufen.

Achtung Öko-Programme: Nicht immer ist öko = ökologisch. Bei unserem Gerät hat das Öko-Programm des Geschirrspülers eine fixe Laufzeit, einen fixen Wasser- und Stromverbrauch, während das „Auto-Programm“ seinen Verbrauch entsprechend der Füllmenge und Verschmutzung des Geschirrs anpasst. Hier würde ich dir empfehlen, die Gebrauchsanweisung anzuschauen und bei Unklarheit den Hersteller zu kontaktieren. Besser sind Kurzprogramme: Sie sparen Energie und Wasser und waschen häufig genauso sauber! 

Strom
  • Wasche deine Kleidung möglichst kalt und im Öko- oder Kurzprogramm.
  • Wenn deine Glühbirnen kapputt gehen, ersetze sie durch Spar- oder LED-Birnen.
  • Lösche das Licht, wenn du einen Raum verlässt.
  • Schalte Geräte, die du nicht nutzt, ganz aus und nimm Ladekabel vom Strom. Sowohl der Standby-Modus als auch ungenutzte, eingesteckte Ladekabel verbrauchen ständig Energie. Ein einfacher Tipp hierzu ist es, Stromleisten mit Kippschalter zu installieren: Wenn du die angeschlossenen Geräte nicht mehr benutzt (z.B. Küchengeräte oder Büro-Equipment), schalte die ganze Stromleiste einfach aus. 
  • Überlege gut, ob es sinnvoll ist ein neues Gerät anzuschaffen. Ist es wirklich energieeffizienter als das alte? Kannst du es mit jemandem zusammen gemeinschaftlich nutzen? Gibt es einen analogen Gegenstand mit gleicher Funktion (bspw. Sonne statt Tumbler).
  • Kaufe Geräte mit möglichst guter Ökobilanz.
  • Nutze Energie effizient (z.B. Herdplatten, Backofen).

Anmerkungen zu den oben erwähnten Punkten:
Vorsicht bei Öko-Programmen: Oft dauern diese viel länger als normale Programme, was in Bezug auf den Stromverbrauch fraglich ist. Hier gilt es die Gebrauchsanweisung zu konsultieren und bei Bedarf beim Hersteller nachzufragen. Für die Wäsche verwende ich eigentlich immer die Express-Funktion: Der Waschgang dauert dann halb so lange wie normal, was natürlich Strom und Wasser einspart. Und die Wäsche wird genauso sauber ☺️
Mach dir das Leben leicht: Wenn du es als mühsam empfindest, immer alle Geräte auszuschalten oder vom Strom zu nehmen, wirst du es nicht lange durchziehen. Suche Lösungen, die für dich einfach machbar sind!

Wärme

Das Thema Wärme hat natürlich viel mit Wohnraum, Isolierung und persönlichen Befindlichkeiten zu tun. Ich spreche aus Erfahrung, ich friere oft und mag es lieber warm als kalt. Dennoch kannst du folgende Punkte beachten, um auch in diesem Bereich Ressourcen zu schonen:

  • Frage dich, wie warm es bei dir zuhause wirklich sein muss. Ist es nötig, dass du im Winter barfuss rumlaufen kannst? Oder gibt es für dich die Möglichkeit, einen Pullover mehr anzuziehen? Hausschuhe, Kuschelsocken, Tagesdecken oder Wärmflaschen sind da meine Favoriten, um mich warmzuhalten.
  • Ein Thermometer hilft dir dabei einzuschätzen, wie warm es in deiner Wohnung ist.
  • Nicht jeder Raum braucht die gleiche Temperatur: Im Schlafzimmer sind ca. 18° ideal für einen erholsamen Schlaf.
  • Gerade im Winter sollten keine Möbel direkt vor den Heizkörpern stehen. Zieh sie weg oder stelle sie vor eine andere Wand, damit die Wärme besser im Raum zirkulieren kann.
Fläche

Weniger Wohnfläche verbraucht natürlich weniger Ressourcen – allerdings kann die Wohnfläche in der Regel nicht von heute auf morgen reduziert werden. Diese Tipps kannst du vielleicht auf längere Sicht für dich berücksichtigen: 

  • Weniger Besitz und wenig Möbel schaffen Platz, damit es auch auf wenigen Quadratmetern schön und gemütlich wird. Um das zu erreichen frage dich, welche Gegenstände du eventuell ausleihen oder mieten kannst, anstatt sie selber zu besitzen.
  • Frage dich, ob es Räume gibt, die du gemeinschaftlich nutzen kannst? Beispiele hierzu sind Co-Workingspaces, Werkstätten, Nähateliers.
  • Achte dich darauf, in welchen Räumen du dich hauptsächlich aufhältst. Woran liegt das? Gibt dir das eine Grundlage, um deinen Wohnraum neu zu hinterfragen und eventuell zu reduzieren?
Mobilität

Es lässt sich darüber diskutieren, ob Mobilität zum Thema Wohnen dazugezählt werden sollte oder nicht. Deshalb halte ich mich hierzu kurz: Nutze möglichst umweltfreundliche Verkehrsmittel (Velo, ÖV) und nutze Gerätschaften zur Fortbewegung (Velos, Autos, Motorräder etc.) wenn möglich gemeinschaftlich. 

Wie du deinen Bedarf möglichst ökologisch deckst

Bei der ökologischen Deckung des täglichen Bedarfs kommen wir in einen Bereich, der sich nicht so leicht mit einfachen Handlungen beeinflussen lässt. Eine neue Heizung oder eine eigene Wasseraufbereitung lassen sich nicht so schnell einrichten – erst recht nicht, wenn du in einem Mietverhältnis lebst. Welche Möglichkeiten hast du also hier?

Eine ganz entscheidende: Du hast die Wahl, welcher Strom durch deine Steckdosen kommt. Du brauchst dafür nichts anderes zu tun, als deinen Stromanbieter ausfindig zu machen und dich zu informieren, welche Möglichkeiten du hast. Zertifizierter Naturstrom aus deiner Region ist meist nur unwesentlich teurer als unzertifizierter Öko- oder Mixstrom. Mit wenigen Klicks kannst du dein „Stromabo“ ändern und damit bestimmen, wie sauber die Energie sein soll, die deine Geräte speist! 

Fazit

Obwohl nachhaltiges Wohnen bestimmt viel mit Wohnformen, Baumaterialien und Infrastruktur zu tun hat, gibt es doch einiges, was jede*r auf individueller und alltäglicher Ebene tun kann, um das Leben in den eigenen vier Wänden nachhaltiger zu gestalten. Kleine Tipps mit Wirkung – nicht nur auf die Umwelt, sondern auch auf die Kosten, die der tägliche Verbrauch von Strom und Wasser verursacht. 

Welche der genannten Tipps setzt du schon um? Wo hast du noch Verbesserungspotenzial? Hinterlasse mir einen Kommentar!

Falls du das Thema vertiefen möchtest, findest du hier einen weiteren Blogartikel und hier kommst du zur entsprechenden Podcastfolge.