Langsam aber sicher wird es wärmer und wir verbringen wieder mehr Zeit an der Sonne. So gut diese unserem Gemüt auch tut, so sehr sollten wir darauf achten, unsere Haut vor der UV-Strahlung zu schützen. Wichtig für einen guten Sonnenschutz ist aber nicht nur, wie gut er unsere Haut schützt. Er sollte auch sonst natürlich möglichst keine negativen Nebeneffekte auf unsere Gesundheit haben, schliesslich kommen Sonnenschutzmittel mit unserem grössten Organ, der Haut, in direkten Kontakt. Dazu kommen Umweltkriterien, denn häufig benutzen wir Sonnencrèmes an Orten, wo Gewässer in der Nähe sind, und die enthaltenen Stoffe gelangen direkt in die Natur.
In diesem Beitrag erkläre ich dir, warum Sonnenschutz wichtig ist, welche verschiedenen Arten von UV-Filtern es gibt und was du im Hinblick auf den Umweltschutz und deine Gesundheit beachten solltest.

Warum braucht es Sonnenschutz und wie wirkt er?

Die Sonne schickt verschiedene Strahlenarten in Richtung Erde. Schützen sollten wir uns vor UVA- und UVB-Strahlung, da diese in die Haut eindringen und verschiedene Schäden verursachen können: Sie können zu Sonnenbränden und -allergien führen, die Hautalterung beschleunigen und das Risiko für Hautkrebs erhöhen.2

Sonnenschutzmittel enthalten UV-Filter, um die Haut vor der Strahlung zu schützen. Dabei werden zwei Arten von Filtern eingesetzt: Herkömmliche Sonnenschutzmittel enthalten meist chemische Filter, während nachhaltiger Sonnenschutz häufig mineralische resp. physikalische Filter verwendet.

 

Chemische vs. mineralische/physikalische Filter

Herkömmliche Sonnenschutzmittel enthalten in der Regel chemische Filter. Diese bestehen aus Stoffen wie Octocrylen oder aus Benzophenonen, die in die Haut eindringen und dort die UV-Strahlung in Wärmeenergie umwandeln. 

Physikalische oder mineralische Filter enthalten meist Stoffe wie Titan- oder Zinkoxid. Diese bilden eine Schutzschicht auf der Haut, welche die auftreffende Strahlung einfach reflektiert und nicht in die Haut eindringen lässt. 

Jährlich landen zwischen 6’000 und 14’000 Tonnen Sonnenschutzmittel im Meer.

Wirkung der Filter auf Mensch und Umwelt

Chemische Filter sind sowohl im Hinblick auf die Gesundheit als auch im Hinblick auf die Umwelt kritisch zu betrachten. Sie dringen nach dem Auftragen in die Haut ein, wo sie ihre Schutzfunktion erfüllen. Allerdings gelangen sie dadurch auch ins Blut. Noch ist nicht abschliessend erforscht, welche gesundheitlichen Folgen das haben kann. Einige der in chemischen UV-Filtern verwendeten Stoffe stehen aber im Verdacht, Allergien hervorzurufen, hormonell wirksam zu sein und das Risiko von Krebs zu erhöhen. In Studien konnten Rückstände von chemischen UV-Filtern bereits in der Muttermilch nachgewiesen werden.4 
Pro Jahr landen, je nach Quelle, schätzungsweise 6’000 bis 14’000 Tonnen Sonnenschutzmittel im Meer1,4. Chemische UV-Filter sind schlecht wasserlöslich und insbesondere für Wasserorganismen ein grosses Problem. Diverse Stoffe in chemisch wirksamen Sonnencrèmes schädigen das Erbgut Korallen, wodurch diese absterben. Ausserdem beeinträchtigen sie die Entwicklung von Organen bei Fischen und reichern sich in Muscheln an.1,3,5 Als Konsequenz dieser Umwelteffekte hat Hawaii bereits gewisse Inhaltsstoffe chemischer UV-Filter verboten. 

Mineralische Filter sind für die Umwelt unbedenklich. Allerdings haben sie den Nebeneffekt, dass sie auf der Haut einen weissen Film hinterlassen, was viele Konsument*innen als störend empfinden. Um dies zu verhindern, zerkleinern einige Hersteller die mineralischen Filter in Nanopartikel. Allerdings ist auch hier noch nicht genau erforscht, ob diese Kleinstteile anschliessend ebenfalls in die Haut eindringen können und welche Schäden sie hier und in der Umwelt anrichten.1,4,5 

    Nachhaltige Sonnenschutzmittel – meine Empfehlung

    Um die obengenannten Effekte zu vermeiden, empfehle ich die Verwendung von Sonnenschutzmitteln mit mineralischem Filter, die keine Nanopartikel enthalten. Eigenschaften wie tierversuchsfrei, korallenfreundlich, wasserfest und Bio-Inhaltsstoffe sind zu begrüssen. 
    Noch sind die meisten Sonnenschutzmittel in Plastik verpackt. Für mich persönlich steht hier Gesundheit über Umweltschutz und ich nehme die Plasikflasche in Kauf. Abraten würde ich hingegen dringend vor selbstgemachten Sonnencrèmes. Zwar enthalten viele Pflanzenöle natürlicherweise einen Lichtschutzfaktor, allerdings ist dieser sehr gering und schützt nur vor UVB-, nicht aber vor UVA-Strahlung. Gerade weil Sonnenschutz für die Verminderung des Hautkrebsrisikos so wichtig ist, würde ich selbstgemachte Sonnencreme auf keinen Fall empfehlen.

    Ich persönlich verwende im Moment die Sun Protect Sonnenmilch Sensitiv von i+m (unbezahlte Werbung) und bin damit zufrieden. Sie hat den ungeliebten Weisseffekt, was etwas mehr Zeit zum Einschmieren und Verteilen erfordert. Ansonsten ist sie wasserfest, korallenfreundlich, bio, fair und vegan und hat einen angenehmen Geruch.

    Weitere Marken, die mineralische Sonnenschutzmittel anbieten, sind: Weleda, Lavera, Speick, Junglück, Ringana.

    Welchen Sonnenschutz benutzt du und wie zufrieden bist du damit? Hinterlasse mir gerne einen Kommentar!
    Die Podcastfolge zu diesem Thema findest du hier.

     

    Quellen: 

    ¹ Codecheck (2019): Umweltschonender Sonnenschutz – So schützt du dich und das Meer. Webdokument. URL: https://www.codecheck.info/news/Umweltschonender-Sonnenschutz-So-schuetzt-du-dich-und-das-Meer-354328 (letzter Zugriff: 15.05.2021)

    ² Krebsliga (2017): Sonnenschutz. Eine Information der Krebsliga. Webdokument. URL: https://shop.krebsliga.ch/files/kls/webshop/PDFs/deutsch/sonnenschutz-broschuere-011320011111.pdf (letzter Zugriff: 15.05.2021)

    ³ Spektrum.de (2008): Sonnenschutzmittel lassen Korallen absterben. Webdokument. URL: https://www.spektrum.de/news/sonnenschutzmittel-lassen-korallen-absterben/941038 (letzter Zugriff: 15.05.2021)

    SRF (2019): Problematische UV-Filter in Sonnencrèmes. Webdokument URL: https://www.srf.ch/news/panorama/neue-studie-problematische-uv-filter-in-sonnencremes (letzter Zugriff: 15.05.2021)

    WWF (2020): Sommer, Sonne, Sonnencreme. WWF: Sonnenschutz richtig auftragen, um Badeseen und Meere zu schützen. Webdokument. URL: https://www.wwf.de/2020/juni/sommer-sonne-sonnencreme/ (letzter Zugriff: 15.05.2021)